Verletzte Vögel

Wir Menschen tragen oft unbewusst die Verantwortung für das Leiden von Tieren. Besonders  unnötig quälen wir, wenn wir aus reiner Unkenntnis und falschen Mitleid  Wildtiere in unsere Pflege nehmen und sie dann aus aller  Ahnungslosigkeit zu Tode pflegen. Meist wird erst gehandelt und probiert, dann erst gefragt. Leider ist es dann oft schon zu spät. 

Sachkundige Personen von Auffangstationen und Behörden helfen ihnen gerne, ihrem Findling die richtige Pflege zukommen zulassen.

Wann braucht ein Vogel unsere Hilfe

Grundsätzlich  gilt, dass jeder Vogel der flugunfähig ist, Hilfe benötigt. Ausnahmen  sind fast flügge Jungvögel, bitte beobachten sie diese, ob die  Elterntiere füttern und ob sie in der Lage auf erhöhte Äste zu fliegen.


Einfangen der Vögel

Versuchen  sie die verletzte Eule oder Greifvogel mittels Decke, Handtuch oder  Jacke einzufangen. Vorsichtig, verletzte Greife mobilisieren oft noch  ihre letzten Kräfte und können sich heftig wehren.


Transport von Wildvögeln

Der  Transport von Wildvögeln sollte nur in Kartons erfolgen, sorgen sie  hier nur für ausreichende Belüftung. Bitte benutzen sie niemals  Gitterboxen oder Vogelkäfige. Darin können sich die Fundtiere erheblich  verletzten und das empfindliche Gefieder kann Schaden nehmen.


Futtergaben

Zur  Ersten Hilfe gehört NICHT das sie dem Vogel Futter geben müssen. Je  nach Zustand des Tieres kann die Gabe von Futter für den Vogel tödlich  enden. Oft sind Fundtiere stark dehydriert und benötigen Flüssigkeit.  Die erste Infusionsgabe sollte vom Tierarzt oder von Mitarbeitern einer  Auffangstationen durchgeführt werden.


Bitte keine Selbstversuche

Sicher  wachsen einen Junfvögel schnell ans Herz und man möchte sie gerne  selber gross ziehen. Hier kommt es aber schnell zu Fehlprägungen ganz zu  schweigen von Fehlernährung und falscher Pflege. Schnell kommt es dazu  das der Findling nicht mehr Wildbahnfähig ist oder sogar den Tot  erleidet. 

Alle Greife sind Nahrungsspezialisten, darum ist es erforderlich das sie in sachkundige Hände gehören.

"Merlin" der tapfere Schwarzstorch

 

Merlin mit Ersatzmama Regina bei seinen ersten Gehversuchen mit Lochenwicklerprothese

Am  31.08 13 wurde der kleine Merlin in der Nähe von Kehrenbach verletzt  gefunden, sein rechter Fuss war dermaßen zerstört, das Fr Dr. Korthaus  Melsungen,diesen amputieren musste. Danach kann er in unsere Station.  Der Zustand des Vogels war zu diesem Zeitpunkt sehr kritisch. Stark  untergewichtig (1534g)und voll Parasiten (Federlinge) 


In Zusammenarbeit  mit unserer zuständigen Stationsärztin Fr. Dr. Hufnagel Melsungen,  Lockenwicklern und Spateln, kann sie nach 10 tägiger Zwangsfütterung  langsam wieder auf die Füsse.  

Die Medien haben umfangreich darüber berichtet.


13.09.2013

haben wir ein Gewicht von 2856g ermittelt, Merlin geht es gut!


16.09.2013

Merlin wir zu Dr Schweda noch Bockenem verlegt, eine Entzündung am  Stumpf macht ums Sorgen.  Außerdem muss  der Knochen für die Prothese  angepasst werden.


19.09.2013

Die Entzündung heilt gut ab, der Knochen  wird bis zum nächsten Gelenk gekürzt, nur so ist eine vernünftige  Verbindung mit der Prothese möglich. Merlin lässt sich es derweil gut  gehen, sie ahnt auch noch nicht das nächste Woche die OP ansteht. 

27.09.2013

Die Op wurde noch ein paar Tage verschoben, nächste Woche soll es nun losgehen. 


 

15.10.2013

"Merlin"chen hat die OP gut überstanden, dass Gelenk wurde gekürzt, ein  Titanstift gesetzt. Nun muss alles gut heilen. Der Stift wird zukünftig  die Prothese halten. Hr Alf Reuter, OTZ-Lichtenau hat sich angeboten,  die Prothese in Zusammenarbeit mit Dr Schweda zubauen.


Laut Dr.  Schweda ist es das Ziel eine dauerhafte Prothese für den Storch zubauen.  Weltweit einmalig wird ein Befestigungsystem ersonnen, das zwischen  Prothese und Stumpf einige Millimeter Abstand hält. So das die Prothese den Oberschenkel nicht berührt. Die Befestigung erfolgt zudem von der  Seite, über einen abgewandelten Fixateur extern, so das an der  vermeintlichen Kontaktfläche keine Infektion entstehen kann.

Zur  Zeit ist diese Fixierung aber noch nicht hundert Prozent stabil, so das  die Prothese noch nicht fixiert werden kann, zu Beginn des neuen Jahres  soll aber die Kleine Merlin wieder auf zwei Füssen stehen können.


28.05.2014 

Die Kleine Merlin steht auf ihren " Zwei" Beinen!

Alles hat gut geklappt und sie kann gut mit ihrer Prothese laufen.

Einen Dank an alle, die sich viel Mühe gemacht haben. Die uns mit Tips und Ratschlägen zur Seite gestanden haben.

Ein  besonderen Dank an meine Liebe Tierärztin Fr. Dr Hufnagel und ihr Team,  an Hr. Alf Reuter von der OTz Lichtenau für seine geniale Arbeit an der  Prothese. Und an Dr. Ralf Schweda, der die Prothese erst ermöglicht  hat. Und an meine Liebe Christina Grenzebach für Ihre begleitende Berichterstattung in der HNA.

Jimdo

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